Monday, March 03, 2008

"Übergreifende Willenserklärung": Auf ins Internet, aber offensiv

Masterplan, Task Force und Breitband-Initiative war gestern, heute wurde gleich die Offensive ausgerufen: die "Internetoffensive Österreich". Nach dem Motto "Awareness ist das Wichtigste" (so UPC Austria-Chef Thomas Hintze heute beim Kick off) muss eben alle paar Monate eine neue ... Initiative durchs virtuelle Dorf getrieben werden.

"HBK und HVK" (der Herr Bundeskanzler und der Herr Vizekanzler, wie sie auf der Website der Offensive im besten Beamtenjargon abgekürzt genannt werden) haben die Schirmherrschaft übernommen (zur Schirmherrschaft an sich steht derzeit in Wikipedia "Die Unterstützung ist häufig eher symbolisch und besteht kaum aus mehr als dem Zurverfügungstellen des Namens.")

Und herauskommen soll: nichts weniger als die "ÖSTERREICHISCHE INTERNETDEKLARATION" (konsequent groß geschrieben, und auch konsequent mit dem Hinweis auf unser Land versehen, denn man soll sie ja auch nicht mit der schweizer oder der schwedischen Internetdeklaration verwechseln, da geht es nämlich um Zollerklärungen über Internet). "Dieses Werk", so heißt es in der beim Kick off verteilten Broschüre, über die ÖSTERREICHISCHE INTERNETDEKLARATION, "enthält konkrete Vorschläge, wie sich Österreich eine Spitzenposition im internationalen IKT-Ranking sichern kann."

Und im Web ist gleich davon die Rede, dass diese "übergreifende Willenserklärung" (ich würde nicht davon ausgehen, dass das im rechtlichen Sinn gemeint ist) als Basis für die IKT-Strategie der Bundesregierung für die nächsten Jahre fungieren wird. Im Herbst dieses Jahres jedenfalls sollen "HBK" und "HVK" die Deklaration überreicht bekommen, vielleicht auf einem etwas kleineren USB-Stick als jenem, den sie heute festhalten mussten.

PS: Eine Internet-Offensive hat auch das österreichische Bundesheer schon einmal gestartet, unter dem Motto "Internet statt Alkohol in den Kasernen"

3 comments :

Helge Fahrnberger said...

Haben Sie die Symbolik des weißen Dings bemerkt, das die Herren in Händen halten? :-D

http://www.helge.at/2008/03/die-offliners-wollen-ins-internet/

HPL said...

Wenn ich das richtig verstanden habe, sollen offenbar tatsächlich am Ende des Prozesses die Ergebnisse der Arbeitskreise mitsamt der wunderbaren Deklaration auf einem USB-Stick übergeben werden. Vielleicht wird das alles offline erarbeitet, damit der Innenminister nicht frühzeitig von den Ergebnissen erfährt ;-)

Helge Fahrnberger said...

:-D

Ich stell mir das so vor: Eine .docx-Datei auf einem USB-Stick, in der im Wesentlichen steht, dass das Internet eh super ist. Das ganze wird dann per Presseaussendungsrundfax verkündet..